Altersvorsorge ist Risikoabsicherung

Warum heißt es eigentlich nicht Altersvorfreude? Das ginge auch, wenn man es richtig macht... ;-)

So ziemlich alle finanziellen Risiken, die ich durch Versicherungen minimieren kann, sind äußerst unangenehm. Krankheit, Berufsunfähigkeit, Pflegebedürftigkeit, Tod. Und wenn ich diese Klippen erfolgreich umschifft habe, droht mir das einzig angenehme Risiko der Langlebigkeit. Es ist und bleibt aber ein Risiko, denn: Ich lebe im dümmsten Fall länger, als ich es mir leisten könnte. Eine Altersversorgung muss her.

Aber auch hier gibt es eine Absicherung. Die Rentenversicherung garantiert eine lebenslange Rente.

Lebenslange Altersversorgung kann nur die Rentenversicherung leisten

Während andere Risikoabsicherungen von allen als solche erkannt werden, wird die Rentenversicherung immer wieder mit Geldanlagen verglichen. Es geht um Flexibilität in der Anlage, hohe Garantien, niedrige Kosten und hohe Rendite. Kein Mensch käme auf die Idee, bei einer Kfz-Versicherung nach der Rendite zu fragen. Bei der Absicherung der Langlebigkeit wird allerdings immer öfter über schlechte Rendite und hohe Kosten geredet. Das ist nicht zielführend.

Selbstverständlich gibt es am Markt Produkte, die durch die Kostenstruktur nicht zur Altersversorgung geeignet sind. Diese lassen sich aber durch eine gute Beratung identifizieren und meiden.

Welche Alternativen zur Rentenversicherung gibt es?

Grundsätzlich sind sich alle einig, dass Altersarmut eine ernstzunehmende Bedrohung ist. Ebenso bezweifelt niemand, dass die Rentenversicherung das einzige Produkt am Markt zur Absicherung der Langlebigkeit ist. Nicht sonst garantiert eine lebenslange Altersversorgung!

Die Alternativen wären entweder ein Leben lang immer über ausreichend Geld zu verfügen oder über Aktien, Immobilien oder andere Anlagen so viel Geld zu generieren, dass es bis zum Lebensende ausreicht.

Wer eine dieser Alternativen wählen kann, war wahrscheinlich nie ernsthaft von Altersarmut bedroht.

Alle anderen müssen einen Weg finden, um das Risiko wenigstens zu minimieren. Die Grundlage ist hier immer die Rentenversicherung.

Worauf kommt es bei einer Rentenversicherung an?

Wie schon gesagt, ist die Rendite eher zweitrangig. Arbeite ich mit einem Fonds, der 12% Wachstum pro Jahr verspricht, trage ich das Risiko, dass er mit der gleichen Wahrscheinlichkeit 12 % Verlust machen könnte. Es geht in erster Linie um Sicherheit. Es geht um Garantien.

Damit sind aber nicht garantierte Zinsen gemeint. Es ist grundsätzlich sehr sinnvoll bei langen Laufzeiten mit einer vernünftigen Anzahl von vernünftig gemanagten Fonds oder ETFs zu arbeiten. Wichtig sind die garantierten Rechnungsgrundlagen. Aus diesen errechnet sich der sogenannte Rentenfaktor, der mir für gewöhnlich eine monatliche Rente pro 10.000 Euro garantiert. Die Qualität der Rechnungsgrundlage hängt von zwei Dingen ab: Wofür gilt er und wann wird er festgelegt?

Wofür gilt der Rentenfaktor?

Idealerweise gilt der Rentenfaktor auf das gesamte Vertragsguthaben bei Rentenbeginn inkl. Schlussüberschüsse. Leider gilt er häufig nur auf das Garantieguthaben und nicht auf Überschüsse und Dynamiken. Oder nur auf alles, außer das Garantieguthaben. Im zweiten Fall muss man prüfen, welcher Rentenfaktor dem Garantieguthaben zugrunde liegt, im ersten Fall muss man prüfen, wann der Rentenfaktor festgelegt wird.

Wann werden die Rechnungsgrundlagen festgelegt?

Im besten Fall werden die Rechnungsgrundlagen bei Vertragsbeginn festgeschrieben und sind über die gesamte Vertragslaufzeit nicht mehr abänderbar. In vielen Bedingungen sind die Rechnungsgrundlagen grundsätzlich festgelegt, werden aber neu berechnet, sobald sich der Renteneintritt verändert. Hier darf man nicht verwechseln, dass der Rentenfaktor bei früherem Renteneintritt selbstverständlich niedriger sein muss. Allerdings muss er im Idealfall nach den zu Beginn festgelegten Rechnungsgrundlagen berechnet werden.

Im schlechtesten Fall wird der Rentenfaktor bei Renteneintritt nach den dann gültigen Rechnungsgrundlagen festgelegt. Wenn ich davon ausgehe, dass die Lebenserwartung eher steigen wird, kann ich auch davon ausgehen, dass der Rentenfaktor mit den kommenden Jahren eher sinken wird. Ich kaufe also eine Black-Box. In diesem Fall kann passieren, dass ich nur die Garantierente erhalte, obwohl ich deutlich mehr Vertragsguthaben angespart habe als das bei Beginn garantierte Kapital.

Wann lohnt sich das?

Die Frage nach der Rendite bzw. ob sich eine Rentenversicherung lohnt, ist, wie schon gesagt, nicht zielführend. Das muss jeder für sich selbst beantworten. Bei einem 35-Jährigen wird derzeit mit einem Rentenfaktor zwischen 25 Euro und 30 Euro pro 10.000 Euro Vertragsguthaben gerechnet. Damit die Versicherung greift, ich also mehr als die einbezahlten Beiträge erhalte, muss ich älter als 95 bzw. 100 Jahre alt werden. Das ist zwar jetzt schwer vorstellbar, liegt aber durchaus im Bereich des Möglichen. Und wenn ich mit gesundem Essen und Sport mithelfe, kann ich die Rendite der Rentenversicherung aktiv erhöhen. Selbstverständlich kann ich dennoch früh sterben und somit der Dumme sein, allerdings kann ich auch ein Leben lang Vollkasko versichert Auto fahren, ohne jemals einen Unfall zu haben.

Written by Philip Wenzel

Philip Wenzel ist Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) und betreut bei der freche versicherungsmakler GmbH & Co. KG die biometrischen Risiken. Mit über 200 Artikeln, mehreren Dossiers und seinem „Leitfaden für den Vertrieb von Berufsunfähigkeitsversicherungen“ hat er sich in der Branche den Ruf eines gewissenhaften Bedingungslesers, und auch –verstehers, erarbeitet. Als gelernter Historiker ist er immun gegen Langeweile, was wahrscheinlich der Grund ist dafür, dass er all die AVB und Urteile ohne Schaden lesen kann. In seinen Vorträgen referiert er stark aus der Praxis, bricht mit eingefahrenen Denkweisen und hilft, eine Brücke zum Kunden zu bauen. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Kemnath in der Oberpfalz.

Website: https://www.freche-versichert.de

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