Wie kann ich bei der Berufsunfähigkeitsversicherung Geld sparen?

Wenn ich bei der Berufsunfähigkeitsversicherung Geld sparen möchte, dann brauch ich unter Umständen eine Zeitmaschine oder muss Risiken selbst tragen.

Sparsamkeit ist sinnvoll, deswegen ist es in Ordnung, auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung Geld sparen zu wollen. Das geht auch recht einfach, aber es kann gefährlich sein. Ich will mal die Nachteile zeigen, damit jeder für sich entscheiden kann, ob es das wert ist.

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung Geld sparen ohne Risiko

Aber am Anfang mal die einfachste Methode, mit der ich bei der Berufsunfähigkeitsversicherung Geld sparen kann. Da gibt es auch kein Risiko. Geht aber nicht bei jedem…

Am einfachsten kann ich nämlich bei der Berufsunfähigkeitsversicherung Geld sparen, wenn ich jung bin. Am besten noch Schüler oder Student. Das liegt an der Berechnung des Beitrags für die Versicherung. Wenn ich eine BUV bis 67 abschließe, dann weiß der Versicherer, was er durchschnittlich an Geld braucht, weil er weiß, wie wahrscheinlich es ist, dass ich meinen Beruf mal aus gesundheitlichen Gründen nur noch zu Hälfte ausüben kann.

Und der Versicherer weiß eben auch, dass die ersten Jahre eher nix passiert. Deshalb bleibt die Summe im Ganzen auch etwa gleich. Egal, ob ich mit 16 oder 21  die Versicherung abschließe. Sie verteilt sich aber auf mehr Jahre, weshalb die einzelnen Beiträge geringer sind. Und ich bin länger versichert.

Und da der Versicherer dann auch länger mit dem Geld arbeiten kann, spare ich sogar über die gesamte Laufzeit. Ich hab das mal für DAS INVESTMENT ausgerechnet. Die Rechnung findet ihr hier.

Noch als Schüler abschließen

Außerdem kann ich bei der Berufsunfähigkeitsversicherung Geld sparen, wenn ich schon als Schüler oder Student abschließe. Und zwar dann, wenn ich später mal nicht in einem Büro arbeiten will. Denn die Beiträge berechnen sich nach dem Beruf, den ich bei Vertragsabschluss habe.

Und ein Schüler oder Student kann nicht so leicht berufsunfähig werden.

Ein weiterer Vorteil ist selbstverständlich auch der bessere Gesundheitszustand. Aber hier geht es ums Sparen 🙂

Auch wenn ich nicht mehr jung bin und schon arbeite, gilt: Je früher desto besser. Die Beiträge werden für mich jedes Jahr teurer. Und zwar nicht an meinem Geburtstag, sondern immer am ersten Januar. Die Versicherer geben sich da nicht viel Mühe. Mein Alter ist das laufende Jahr minus mein Geburtsjahr…

Wenn ihr mal so in mein Alter kommt, was der Jahrgang 1980 wäre, dann kostet eine BUV einfach mal Geld. Da kann ich weinen, weil ich mal hätte können, aber das hilft nix.

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung Geld sparen MIT Risiko

Es gibt ja noch andere Wege, um bei der Berufsunfähigkeitsversicherung Geld sparen. Die sind aber nie ganz ohne Gefahr.

Die Wege lauten:

1. Weniger Rente

2. Weniger Laufzeit

3. Weniger Leistung

Weniger Rente

Am seltensten sinnvoll ist es, weniger Rente zu versichern, um Beitrag zu sparen. Den die Berufsunfähigkeitsversicherung ist dafür da, meine wichtigsten laufenden Ausgaben abzusichern, damit ich nicht abstürze, wenn ich kein Gehalt mehr bekomme. Dieser Bedarf lässt sich leicht ermitteln und in eine Zahl fassen. Wenn ich hier sparen möchte, dann habe ich im Fall der Fälle immer ein Problem und rutsche immer weiter ab. Wie schnell das dann geht, hängt davon ab, wie viel ich sparen wollte…

Am ärgerlichsten ist es, wenn meine Absicherung unterhalb der gesetzlichen Grundsicherung liegt. In dem Fall würde die Rente nämlich angerechnet werden und ich habe meine Beiträge für nichts bezahlt. Ich habe nix gespart, sondern mein Geld verschwendet.

In einzelnen Fällen kann es aber schon sinnvoll sein, mit einer niedrigeren Rentenhöhe zu beginnen. Es gibt Berufe oder Lebenssituationen, in denen ich erst schlecht verdiene, aber dann das Gehalt sprunghaft steigt. Hier kann ich mit Nachversicherungsgarantien arbeiten, die mir erlauben, die Rentenhöhe ohne Gesundheitsprüfung anzupassen.

Auch mit einer hohen Dynamik kann ich sowas mal machen. Aber normal ist das die schlechteste Variante, um Geld zu sparen. Ich trage einen Teil des Risikos garantiert selbst. Und wenn das zu viel ist, dann zögere ich mein Problem nur hinaus. Also sehen wir uns lieber mal die anderen Möglichkeiten an…

Weniger Laufzeit

Vereinbare ich eine kürzere Laufzeit, dann trage ich das Risiko, in den letzten Jahren meines Berufslebens nicht mehr arbeiten zu können, selbst. Und gerade dann ist es sehr wahrscheinlich, aus körperlichen Gründen nicht mehr arbeiten zu können. Vollkommen logisch, dass der Fliesenleger mit 60 eher mal Rückenprobleme hat als mit 25.

Deswegen spare ich auch mal die Hälfte des Beitrags, wenn ich die Versicherung nicht bis 67, sondern nur bis 60 abschließe. Das ist schon verlockend. Und es gibt auch tatsächlich deutlich mehr Konstellationen, wo das sinnvoll sein kann.

Der häufigste Grund könnte sein, dass mein Bedarf sich im Alter ändert. Nehmen wir einfach mal mich. 1980er Jahrgang, eine Frau, zwei Kinder, ein Haus, kein Hund. Meine jetzigen Ausgaben sind relativ hoch, find ich. Ich muss sogar arbeiten, um alles zu bezahlen 😉

Denke ich an mein 60-jähriges Ich, dann hat der deutlich weniger Ausgaben, weil das Haus dann abbezahlt ist und die Kinder aus dem Haus. Sollte es bis dahin noch gesetzliche Ansprüche geben, dann reichen die vielleicht auch über die Grundsicherung hinaus und auch private Ansprüche und Rücklagen sind bis dahin (hoffentlich) vorhanden.

Ich baue also darauf, dass ich in Zukunft weniger Geld brauche, mehr Rücklagen habe und der Staat auch ein bisschen was zahlt. In der Gleichung sind ein paar Unbekannte, aber es kann schon mal funktionieren.

Die letzte Möglichkeit ist in meinen Augen die sinnvollste. Ich reduziere den Leistungsumfang, damit ich bei der Berufsunfähigkeitsversicherung Geld sparen kann.

Weniger Leistung

Ich verzichte auf Leistung, wenn ich meinen Beruf nur noch zur Hälfte ausüben kann, sondern bekomme erst eine Rente, wenn ich am allgemeinen Arbeitsmarkt keine drei Stunden mehr arbeiten kann. Das ist dann die Erwerbsunfähigkeitsversicherung.

Ich trage das Risiko, eine Umschulung finanzieren zu müssen. Darüber hinaus trage ich selbstverständlich das Risiko, nach der Umschulung keinen Job zu bekommen. Das muss mir auch klar sein*. Wenn ich Pech habe, dann hat der Versicherer auch einiges an Möglichkeiten, die Leistung rauszuzögern. Aber das kann mir bei jeder Versicherung beim falschen Versicherer passieren.

Wer noch mutiger ist, kann noch zur Grundfähigkeitsversicherung runter gehen, aber dann habe ich überhaupt keinen Bezug mehr zu meinem Einkommen. Und die Psyche ist nicht umfassend abgesichert. Das sollte nur in Ausnahmefällen eine Lösung sein.

Auch muss mir klar sein, dass ich die Beiträge einer schlechteren Versicherung weiterbezahlen muss, wenn ich nur berufsunfähig bin und kein Gehalt mehr bekomme. Besten Dank an Gerd Kemnitz für den Hinweis! Das ließe sich lösen über eine Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit. Ein solches Produkt bietet derzeit nur die LV 1871 an.

Fazit

Unterm Strich gibt es doch einige Möglichkeiten, bei der BUV Geld zu sparen. Aber die einzige ohne Risiko setzt voraus, dass ich schon in jungen Jahren so viel Weitsicht hatte. Bei den anderen Möglichkeiten trage ich verschiedene Risiken selbst und muss sehr genau abwägen, was ich mir zumuten will.

Als Versicherungsmakler kann ich bei allen Versicherern am Markt das günstigste einholen. Die Einordnung eines Berufes ist bei weitem nicht einheitlich, weshalb der Unterschied enorm sein kann*. Aber wenn selbst das nicht mehr geht, muss ich mich entscheiden…

Kontaktieren Sie uns, wenn wir Ihnen bei Ihrer persönlichen Abwägung helfen dürfen.

*Auch hier besten Dank an Gerd Kemnitz!

Written by Philip Wenzel

Philip Wenzel ist Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) und betreut bei der freche versicherungsmakler GmbH & Co. KG die biometrischen Risiken. Mit über 200 Artikeln, mehreren Dossiers und seinem „Leitfaden für den Vertrieb von Berufsunfähigkeitsversicherungen“ hat er sich in der Branche den Ruf eines gewissenhaften Bedingungslesers, und auch –verstehers, erarbeitet. Als gelernter Historiker ist er immun gegen Langeweile, was wahrscheinlich der Grund ist dafür, dass er all die AVB und Urteile ohne Schaden lesen kann. In seinen Vorträgen referiert er stark aus der Praxis, bricht mit eingefahrenen Denkweisen und hilft, eine Brücke zum Kunden zu bauen. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Kemnath in der Oberpfalz.

Website: http://freche-versichert.de

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