Eine BU für Hausfrauen?

Muss ich mein Einkommen absichern, wenn ich ein Hausmann bin?

Mal gleich klargestellt: Der Artikel ist grundsätzlich geschlechterneutral verfasst. Den Titel BU für Hausfrauen hab ich gewählt, weil ihr das sicher öfter über Google sucht als Hausmänner 🙂 Und nun zur Sache:

Eine BU für Hausfrauen kann durchaus sinnvoll sein. Denn die Berufsunfähigkeits-Versicherung sichert ja nicht mein Einkommen ab. Es leistet die vereinbarte Summe, wenn ich BU bin. Also, meiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit nur noch zur Hälfte nachgehen kann.

Eine BU für Hausfrauen sichert den finanziellen Schaden ab

Auch bei Hausmännern/innen entstünde ein finanzieller Schaden bei Berufsunfähigkeit. Eine Haushaltshilfe kostet nämlich Geld. Und ich bräuchte eine, damit es auch weiterhin zu Hause läuft. Daraus schließe ich, dass eine BU für Hausfrauen in Höhe der Kosten einer Haushaltshilfe durchaus sinnvoll ist.

Das Dumme ist, dass der Versicherungsschutz ziemlich teuer ist. Das liegt daran, dass die Tätigkeiten im Haushalt sehr vielschichtig und vor allem den Körper beanspruchen. Es ist also recht einfach zu 50% außerstande zu sein, alles so wie vorher zu erledigen.

Schwieriger Nachweis der Berufsunfähigkeit

Der Nachweis im Leistungsfall ist wiederum recht schwierig. Denn ich muss nachweisen, was ich so durchschnittlich jeden Tag im Haus gemacht habe. Da jeder Tag anders ist, ist es hier sinnvoll, eine Art Wochenplan zu erstellen. In diesem trage ich dann alle Tätigkeiten ein und notiere dazu, welche ich jetzt aufgrund der gesundheitlichen Einschränkung nicht mehr ausüben kann.

Für die meisten ist eine BU für Hausfrauen sowieso nicht das Geld wert. Mit Hausarbeit ist ja auch kein Geld verdient, weshalb der finanzielle Schaden auch nicht für jeden greifbar ist. Die Empfehlung ist aber, unbedingt eine BU für Hausfrauen abzuschließen.

Andere Lösungen bieten nur eingeschränkten Schutz.

Absicherung der Psyche über eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Die Erwerbsunfähigkeits-Versicherung wäre auch hier die erste Wahl. Hier wird der allgemeine Arbeitsmarkt geprüft. Da Haushaltsführung in den meisten Fällen körperlich anspruchsvoller ist als der allgemeine Arbeitsmarkt, würde der Schutz in erster Linie bei psychischen Erkrankungen greifen.

Absicherung der Sinne und Fähigkeiten über eine Grundfähigkeitsversicherung

Lege ich mehr Gewicht auf die körperlichen Einschränkungen, kann eine Grundfähigkeits-Versicherung sinnvoll sein. Diese leistet beim Verlust von Sinnen oder definierten Fähigkeiten, wie Gehen oder Knien. Psychische Erkrankungen sind hier nur sehr schwach abgesichert. Erst wenn eine Pflegebedürftigkeit aufgrund einer psychischen Erkrankung eintritt, müsste der Versicherer leisten.

Absicherung schwerer Krankheiten über eine Dread-Disease

Darunter gibt es noch die Möglichkeit, die BU für Hausfrauen durch eine Schwere-Krankheiten-Versicherung zu ersetzen. Diese würde bei Eintritt einer definierten Krankheit eine einmalige Versicherungssumme zahlen. Habe ich etwa einen Schlaganfall, erhalte ich z.B. 100.000 Euro. Das Geld reicht dann für eine Zeit aus. Der Schutz beschränkt sich aber auf körperliche Erkrankungen.

Absicherung von Unfallfolgen über eine Unfallversicherung

Auch interessant ist eine Unfallversicherung, die nach dem Haftpflicht-Prinzip leistet. Davon gibt es derzeit zwei brauchbare am Markt.

Habe ich einen selbstverschuldeten Unfall, ersetzt mir diese ein Leben lang den entstandenen Schaden. War ich vorher Hausmann, muss der Versicherer auch die Haushaltshilfe zahlen. Das ist an sich genial, aber funktioniert halt eben nur bei einem Unfall.

Unterm Strich gibt es einiges, was ich tun kann, um die Key Person im Haushalt sehr gut, gut oder anders abzusichern. Es kommt halt immer darauf an, was ich mir leisten kann und welches Risiko ich an den Versicherer abgeben will. Der Rest bleibt dann mein Problem. Aber so funktioniert das eben.

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Written by Philip Wenzel

Philip Wenzel ist Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) und betreut bei der freche versicherungsmakler GmbH & Co. KG die biometrischen Risiken. Mit über 200 Artikeln, mehreren Dossiers und seinem „Leitfaden für den Vertrieb von Berufsunfähigkeitsversicherungen“ hat er sich in der Branche den Ruf eines gewissenhaften Bedingungslesers, und auch –verstehers, erarbeitet. Als gelernter Historiker ist er immun gegen Langeweile, was wahrscheinlich der Grund ist dafür, dass er all die AVB und Urteile ohne Schaden lesen kann. In seinen Vorträgen referiert er stark aus der Praxis, bricht mit eingefahrenen Denkweisen und hilft, eine Brücke zum Kunden zu bauen. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Kemnath in der Oberpfalz.

Website: https://www.freche-versichert.de

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