Was bei einer Rentenversicherung wichtig ist

Sparen macht keinen Spaß mehr, aber bleibt wichtig!

Liest man in der Bibel, so wird dort ganz deutlich empfohlen, Geld zu investieren und nicht einzubuddeln. Sparsamkeit ist aber schon für eine funktionierende Rentenversicherung wichtig. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist hierbei die Entwöhnung von Konsum. Denn wenn ich monatlich einen Teil meines Geldes auf die Seite lege, komme ich schon mal sicher besser damit klar, wenn mir in der Rente nur ein Teil meines vorigen Gehalts zur Verfügung steht. Vollkommen logisch. Wer 60 Prozent seines Gehalts jeden Monat zur Bank trägt, kommt später mit der Rente klar.

Wer weniger ausgibt, gewöhnt sich ans Sparen

Es ist aber sicher nicht jedem möglich, 60 Prozent seines Einkommens zu sparen, damit man sich schon frühzeitig an ein späteres Rentenniveau gewöhnt. Und so richtig Spaß macht das ja auch nicht.

Diese Betrachtung lässt ja zum Glück außen vor, dass das Sparen auch noch den Hauptzweck hat, dann später mehr Geld zu haben. Wer als Milchmädchen 30 Jahre jeden Monat 30 Prozent seines Gehalts spart, hat dann bis zum 97. Geburtstag nicht 40 Prozent, sondern 70 Prozent zur Verfügung. Und Zinsen gibt es ja auch noch ein bisschen, weshalb es durchaus möglich ist, mit einer sinnvollen Investition auch im Alter alle laufenden Ausgaben decken zu können und auch mal in den Urlaub zu fahren.

In Zeiten der sogenannten Niedrigzins-Phase, die sich immer mehr zu einem Dauerzustand verfestigt, ist das Sparen aber der wesentliche Faktor. Auf Zinsen ist derzeit nicht zu bauen. Trotzdem bleiben Sie für die Rentenversicherung wichtig.

Einfach mal beginnen ist für die Rentenversicherung wichtig

Deshalb gilt für die Altersversorgung das gleiche wie für das Pflanzen eines Baumes. Der beste Zeitpunkt dafür war vor 20 Jahren. Der zweitbeste ist heute. Das bedeutet, es ist Eile geboten, aber auch Sorgfalt bei der Auswahl. Die Eile hat mit dem Zinseszins-Effekt zu tun, den Einstein als die größte Erfindung des Menschen bezeichnete.

Der Zinseszins-Effekt ist ein zuverlässiger Renditefaktor. Und er funktioniert exponentiell. Deshalb können wir uns so schlecht vorstellen, wie mächtig der Zinseszins-Effekt ist. Lege ich 30 Jahre lang ab meinem 37. Geburtstag 100 Euro auf die Seite, dann hab ich bei Renteneintritt ungefähr 100.000 Euro. Wenn ich von Geburt bis zu meinem 30. Lebensjahr jeden Monat 100 Euro auf die Seite packe und es dann bei 6% liegen lasse, habe ich mit 67 ungefähr 800.000 Euro.

Gesparte Kosten sind für die Rentenversicherung wichtig

Ein weiterer wichtiger Faktor für einen erfolgreichen Vermögensaufbau in Zeiten von niedrigen Zinsen ist das Vermeiden von unnötigen Kosten. Hier ist gespartes Geld tatsächlich verdientes Geld.

Grundsätzlich sind die Kosten des Versicherungsmantels bei längeren Laufzeiten gerechtfertigt und führen vor allem bei fondsgebundenen Rentenversicherungen in der Regel sogar zu höheren Renditen als in einer reinen Fondsanlage. Das liegt zum einen daran, dass das angesparte Vermögen vor einer Besteuerung während der Ansparphase geschützt ist und zum anderen daran, dass die Verwaltungskosten geringer sind aufgrund der Masse an Geld, die ein Versicherer dem Vermögensverwalter bringt und Kosten für Shifts und Switches bei der Versicherung entfallen.

Trotzdem muss ich als Vermittler für meinen Kunden bei der fondsgebundenen Rentenversicherung auf die Kosten achten. Denn hier gibt es zwischen den einzelnen Anbietern große Unterschiede.

Kosten untersuchen

Und die Kosten sind auch der größte Kritikpunkt an der Rentenversicherung. Diese Kritik wird immer wieder öffentlich geäußert, aber Öffentlichkeit und Redundanz sind kein verlässliches Merkmal für Richtigkeit.

Tatsache ist, dass es einige Rentenversicherungen gibt, die die Kosten für die Verwaltung und teilweise auch für den Abschluss in der Vergangenheit zu hoch angesetzt haben. Das betrifft vor allem Verträge aus den goldenen Jahren, in denen es noch 8-9% aus klassischen Anlagen zu erwirtschaften gab. Da fielen 4-5% Kosten nicht weiter auf.

Heute sind wir bei 0,9% Rechnungszins angelangt, was bedeutet, dass der Versicherer mit einer Kostenquote von einem Prozent schon ins Minus laufen würde, könnte er keine Überschüsse erwirtschaften. Deswegen sind niedrige Kosten für die Rentenversicherung wichtig.

Garantien kosten Rendite

Gute Überschüsse erzielt der Versicherer am ehesten dann, wenn er das Geld sinnvoll anlegen darf. Das geht am ehesten in der freien Anlage, also in einer fondsgebundenen Rentenversicherung ohne Garantien.

Sobald der Kunde Garantien möchte, muss der Versicherer das Geld „sicher“ anlegen. Und sicher sind Staats- und Bankenanleihen. Weil Staaten und Banken nix passieren kann, so die Theorie. Jetzt ist es tatsächlich so, dass der Versicherer kaum Rendite erwirtschaften kann, weshalb es wegen der Kosten des Vertrags zwischen 12 und 18 Jahren braucht, um die eingezahlten Beiträge garantieren zu können. Bei kürzeren Zeiträumen ist eine vollständige Beitragsgarantie nicht möglich.

Da in 12-18 Jahren ein garantierter Verlust durch die Inflation hinzukommt, ist es sinnvoller, wenn ich auch als risikoaverser Anleger auf Garantien verzichte.

Nicht immer sind die Kosten zu hoch

Die Kritik an den zu hohen Kosten lässt sich also durchaus entkräften. Der Kunde muss bereit sein, auf Garantien zu verzichten, um Kosten zu sparen. Und der Vermittler muss den Versicherer auswählen, der mit niedrigen Kosten arbeitet. Denn selbst wenn heute noch 90% der Versicherer mit zu hohen Kosten arbeiten würden, gibt es immer noch 10% an Rentenversicherungen, mit denen ich zusammenarbeiten kann.

Und die Höhe der Kosten kann ich relativ einfach dem Produktinformationsblatt entnehmen. Sofern der Versicherer ehrlich ist.

Die Ehrlichkeit des Versicherers ist am wichtigsten

Auch die Ehrlichkeit ist für eine Rentenversicherung wichtig. Mir persönlich sogar am wichtigsten, weil die Beziehung zwischen Kunden und Versicherer ein ganzes Leben halten muss.

Im Detail ist es sicherlich schwierig zu ermitteln, ob der Versicherer ehrlich ist, aber ich finde recht deutliche Anhaltspunkte in der Hochrechnung. Dazu rechne ich immer einen 37-Jährigen mit 100 Euro bis zum 67. Lebensjahr. Wer 30 Jahre 100 Euro im Monat bei 6% Wertentwicklung anlegt, erhält, wie wir oben ja schon gesehen haben, ziemlich genau 100.000 Euro am Schluss.

Kommt ein Versicherer zu dem gleichen Ergebnis, dann will er mir weißmachen, dass er komplett ohne Kosten arbeitet. Mit diesen Anbietern möchte ich dann lieber nicht zusammenarbeiten.

Flexibilität ist für die Rentenversicherung wichtig

Nach der Ehrlichkeit ist Flexibilität der wichtigste Punkt. Spätestens seit John Lennons Lied „Beautiful Boy“ wissen wir, dass das Leben das ist, was passiert, während wir beschäftigt sind, andere Pläne zu machen. Deshalb sind vor allem für junge Menschen Versicherer geeignet, die mir ermöglichen, meine Zahlbeiträge später zu den garantierten Rechnungsgrundlagen zu erhöhen. So kann der Azubi klein anfangen und später dann mehr für die Rente tun.

Die Swiss Life ermöglicht eine Erhöhung auf 500 Euro, Continentale eine Verdreifachung, die Bayerische eine Verdreifachung der ursprünglichen Beitragssumme. Das bedeutet, wenn ich ursprünglich insgesamt 30.000 Euro einzahlen würde, kann ich um 60.000 Euro erhöhen. Je nach Zeitpunkt kann der monatliche Beitrag auch das Zehnfache sein. Klar kann ich das auch über jährliche Zuzahlungen lösen, die fast alle Anbieter im Repertoire haben, aber bequemer ist es so. Und die Kunden lieben es nun mal bequem. Und was Kunden lieben, ist für die Rentenversicherung wichtig 😉

Die Inter schießt mit dem Tarif Mein Leben den Vogel ab, indem ich den Beitrag unbegrenzt erhöhen kann. Auch Zuzahlungen sind unbegrenzt möglich. Ich könnte also am Tag vor Renteneintritt eine Millionen Euro einzahlen, wenn das dann attraktiv wäre. Und ich die Millionen hätte.

Ich kann aber auch jederzeit pausieren und die Zahlungen wieder aufnehmen. Das macht die Inter für Handwerker sehr interessant, die im Sommer naturgemäß mehr einnehmen, als im Winter. Dann können sie z.B. im Sommer den doppelten Beitrag zahlen und im Winter nix.

Anlage im Rentenbezug selbst bestimmen

Ein weiterer Punkt, der unter der Rubrik Flexibilität einzuordnen ist, ist die Anlage im Rentenbezug. Denn bei den meisten Versicherern wird mein Vermögen, dann wenn ich meine Rente bekomme, konservativ im Sicherungsvermögen des Versicherers angelegt und den Überschüssen entsprechend verzinst. So ist das sicherer.

Jetzt habe ich aber mit 67 noch eine Restlebenserwartung von 20-30 Jahren, was ja ein ganz attraktiver Anlagehorizont ist. Deshalb würde ich persönlich und sicher auch noch einige andere gerne das Geld in einer guten Fondsanlage liegen lassen. Das ist bisher nur bei Ausnahmen, wie z.B. der Swiss Life oder eingeschränkt auch bei der Inter möglich. Eingeschränkt ist es bei der Inter deswegen, weil ich dort einen Auszahlplan bis 85 abrufen kann und in der eigentlichen Anlage investiert bleibe.

Für die Generation Y: Zuzahlen durch Daten

Eine interessante Idee verfolgt derzeit die Bayerische, die mit der Plus-Rente ein Cashback-System für die Rentenversicherung anbietet. Das funktioniert wie z.B. Payback. Ich kaufe über ein Online-Portal der Bayerischen ein und bekomme dafür einen Teil des eingekauften Wertes in meine Rentenversicherung einbezahlt. Im Schnitt sind das so 4-5%. Wer viel online einkauft, kann so schon mal 50-100 Euro im Jahr zusätzlich in seine Rente einbezahlen. Das erscheint mir sinnvoller, als meine Daten für ein Kofferset an der Tankstelle zu verkaufen.

Unterm Strich bleibt für mich die Ehrlichkeit des Versicherers und geringe Kosten das allerwichtigste. Aber Flexibilität bei der Beitragszahlung und in der Anlage sind für die Rentenversicherung wichtig. Ich möchte als Kunde selbst entscheiden, ob ich mit meinem Geld oder mit meinen Daten bezahle und flexibel auf ein gestiegenes Einkommen reagieren können. Einen neuen Antrag stellen zu müssen, kann schon abschreckend genug sein. Und ich möchte auch Einfluss darauf haben, wo und wie mein Geld angelegt wird. Hier spielt die Rendite eine Rolle, aber auch Nachhaltigkeit. Ich persönlich möchte nicht am Gewinn von so manchen Firmen beteiligt sein, weil mir nicht gefällt, wie sie den Gewinn generieren. Deswegen wäre es wichtig, wenn mehre Anbieter mir zukünftig auch in der Rentenphase die Wahl der Anlage lassen würden.

Written by Philip Wenzel

Philip Wenzel ist Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) und betreut bei der freche versicherungsmakler GmbH & Co. KG die biometrischen Risiken. Mit über 200 Artikeln, mehreren Dossiers und seinem „Leitfaden für den Vertrieb von Berufsunfähigkeitsversicherungen“ hat er sich in der Branche den Ruf eines gewissenhaften Bedingungslesers, und auch –verstehers, erarbeitet. Als gelernter Historiker ist er immun gegen Langeweile, was wahrscheinlich der Grund ist dafür, dass er all die AVB und Urteile ohne Schaden lesen kann. In seinen Vorträgen referiert er stark aus der Praxis, bricht mit eingefahrenen Denkweisen und hilft, eine Brücke zum Kunden zu bauen. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Kemnath in der Oberpfalz.

Website: https://www.freche-versichert.de

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