Was ist bei einer Berufsunfähigkeits-Versicherung wichtig?

Laut der Werbung der Versicherer ist immer der neueste Zusatzbaustein der wichtigste. Tatsächlich ist es aber so, dass die wirklich wichtigen Leistungen schon zum Standard gehören. Der Rest ist nur im Einzelfall relevant oder eher kosmetischer Natur...

Selten herrscht auf allen Seiten Einigkeit über die Notwendigkeit von Versicherungen. Eine der wenigen Ausnahmen bildet die Berufsunfähigkeits-Versicherung. Merkwürdig ist diese Einigkeit vor dem Hintergrund, dass in den Medien auch immer wieder über absichtliche Verzögerung und systematische Leistungsverweigerung berichtet wird. Eine Versicherung, die im Schadenfall nicht leistet, klingt nicht unbedingt nach einem Must-Have.

Trotzdem sagen alle, dass ich eine Berufsunfähigkeits-Versicherung haben muss. Das lässt nur den Schluss zu, dass es auch BU-Versicherungsunternehmen gibt, die auch leisten.

Aber wie finde ich die? Und woran kann ich erkenne ich, dass eine Berufsunfähigkeits-Versicherung zu meinem Bedarf passt? Vorausgesetzt, ich will keinen ehrlichen Versicherungsmakler fragen und mich selbst darum kümmern 😉

Der Leistungsantrag

Ob ich am Ende eine Leistung bekomme oder nicht, lässt sich nur teilweise an der Qualität der Versicherung festmachen. Es hängt viel mehr mit dem richtig gestellten Leistungsantrag zusammen. In diesem muss ich dem Versicherer beweisen, dass eine Krankheit, eine Körperverletzung oder Kräfteverfall zu mindestens der Hälfte bei der Ausübung der gewöhnlich ausgeführten Tätigkeiten eines durchschnittlichen Arbeitstages behindert.

Dabei spielt die ausführliche Beschreibung der einzelnen Tätigkeiten eine ebenso wichtige Rolle, wie das objektiv belegbare Vorhandensein der Krankheit, Körperverletzung oder des Kräfteverfalles.

Da bei einem Leistungsantrag jeder Fehler viel Geld kosten kann, ist es ratsam, sich einen erfahrenen Experten an die Seite zu stellen. Stephan Kaiser vom BU-Expertenservice ist hier unbedingt die erste Wahl einer Handvoll kompetenter Versicherungsberater.

Die richtige Berufsunfähigkeits-Versicherung für mich

Die unverzichtbare Basis einer Berufsunfähigkeits-Versicherung sind der Verzicht auf Meldefristen, Verzicht auf abstrakte Verweisung und ein fingierter Prognosezeitraum von sechs Monaten.

Die Meldefrist

Der Verzicht auf die Meldefrist ist wichtig, da es durchaus auch Krankheitsbilder gibt, die es erforderlich machen, dass ich mich voll auf die Heilung konzentriere oder ich nicht den Kopf frei habe, um mich mit Versicherungszeugs zu befassen. Wenn ich dann nach einem Jahr oder länger dazu komme, den Leistungsfall zu melden, wäre es blöd, wenn der Versicherer eine rückwirkende Leistung verweigern dürfte, weil die Meldefrist abgelaufen ist.

Abstrakte Verweisung

Abstrakte Verweisung bedeutet, dass der Versicherer die Leistung verweigern darf, wenn es einen Beruf gibt, den ich trotz Einschränkung ausüben könnte. Er muss aber meinem alten Beruf gleichwertig sein.  Je höher mein Ausbildungsgrad, desto schwieriger wäre eine Verweisbarkeit für den Versicherer. Heutzutage gibt es nur sehr wenige Tarife am Markt, die nicht auf die abstrakte Verweisung verzichten. Sollte ich aber trotzdem prüfen.

Fingierter Prognosezeitraum

Um als berufsunfähig zu gelten, ist eine ärztliche Prognose von meist sechs Monaten notwendig. Nur dann sieht der Versicherer den Zustand als dauerhaft an. Diese Prognose wird ein Arzt nur bei den wenigsten Erkrankungen stellen. Deshalb könnte es passieren, dass ich tatsächlich schon seit Jahren nicht arbeiten kann, ich aber nie als dauerhaft BU gelte.

Der fingierte Prognosezeitraum unterstellt eine dauerhafte BU, wenn ich tatsächlich seit sechs Monaten berufsunfähig war. Auch diese Klausel haben die allermeisten Versicherer enthalten. Nur wenige verlangen eine Fiktion von 18 Monaten oder mehr.

Weitere Klauseln sind nur in wenigen Fällen entscheidend. Trotzdem können sie für mich und meine Absicherung wichtig sein!

Höhe und Laufzeit müssen den Bedarf decken

Was die Höhe und die Laufzeit der Absicherung betrifft, muss jeder für sich selbst entscheiden, wie viel Geld er monatlich bräuchte, wenn er nicht mehr arbeiten könnte. Ebenso kann nur ich selbst entscheiden, wie lange ich diesen Bedarf habe. In den allermeisten Fällen dauert aber die Abhängigkeit vom Einkommen so lange an, wie ich auch arbeite. Es ist jedoch durchaus möglich, dass das Einkommen deutlich von dem abweicht, was ich eigentlich monatlich benötige. In diesem Fall muss ich nicht mein Einkommen, sondern meine Ausgaben absichern. Dann ist es auch möglich, dass manche Ausgaben nicht so lange laufen, wie ich arbeite.

Es gilt hier, wie bei jeder Versicherung, die Balance zwischen dem Worst-Case und meinen momentanen finanziellen Möglichkeiten zu finden.

Ein ehrlicher Versicherungsmakler hilft Ihnen dabei sicher gerne 🙂

Written by Philip Wenzel

Philip Wenzel ist Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) und betreut bei der freche versicherungsmakler GmbH & Co. KG die biometrischen Risiken. Mit über 150 Artikeln, mehreren Dossiers und seinem „Leitfaden für den Vertrieb von Berufsunfähigkeitsversicherungen“ hat er sich in der Branche den Ruf eines gewissenhaften Bedingungslesers, und auch –verstehers, erarbeitet. Als gelernter Historiker ist er immun gegen Langeweile, was wahrscheinlich der Grund ist dafür, dass er all die AVB und Urteile ohne Schaden lesen kann. In seinen Vorträgen referiert er stark aus der Praxis, bricht mit eingefahrenen Denkweisen und hilft, eine Brücke zum Kunden zu bauen. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Kemnath in der Oberpfalz.

Website: http://freche-versichert.de

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